Wunderkind

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Die Reise zu meinem “Wunderkind Karlsruhe”

Meine Lieben <3

Danke für eure vielen positiven Nachrichten zu meinem ersten Blogbeitrag 😊 Ich habe mich sooo sehr darüber gefreut. Danke <3

Deswegen möchte ich heute wieder auf eine kleine Reise mitnehmen.

Heute erzähle ich euch, wie mein Wunderkind Karlsruhe das Licht der Welt erblickt hat. Viel Spaß beim Lesen😊

Es hat alles im Jahr 2017 mit meiner Ausbildung zur systemischen Therapeutin. Diese begann im April 2017.

Ich kann mich noch heute an den ersten Tag erinnern. Neue Menschen…neue Gruppenkonstellationen…neue Ausbilder und ich spürte in mir riesengroße Ängste. Ich hatte schon immer Probleme in Gruppen und hatte Angst, dass ich wieder ausgeschlossen oder gemobbt werden würde.

Dazu kam, dass ich mich im Januar 2017 aus einer langjährigen Beziehung gelöst, und sogar meine Hochzeit abgesagt hatte. Außerdem bewohnte ich meine neue Wohnung gerade mal fünf Tage. Ich war also völlig angespannt, hatte Bauchschmerzen, Schweißausbrüche und mir ging es überhaupt nicht gut. Aber ich wollte es schaffen, also zog ich mir morgens etwas Schickes an, setzte meine „Maske“ auf und fuhr mit einem „aufgesetzten“ Lächeln zum ersten Tag.

Rückblickend war es eigentlich wie immer, die anderen merkten gar nicht, dass ich so große Ängste hatte. Denn ich versuchte mit lustigen Geschichten, Anekdoten aus meinem „ach so tollen Leben“, meiner Trennungsgeschichte und meiner extrovertierten Seite den Fokus weg von meinen Ängsten zu lenken. Das funktionierte wie immer sehr sehr gut…!

Am zweiten Tag, suchte unser Ausbilder einen Freiwilligen, mit dem er ein Anliegen vor der ganzen Gruppe besprechen konnte. Die anderen trauten sich nicht so wirklich und so nutzte ich meine Chance und ließ mich auf das Beratungsgespräch ein: „Für mich ist das ja kein Problem, ich hab ja alles im Griff“…dachte ich!

So saßen wir da gemeinsam vor der ganzen Gruppe und ich erzählte über meinen Umzug, meinen Lebenswandel und was mir in den letzten drei Monaten passiert war…aber leider, ohne Emotion. Die anderen Teilnehmer waren total erstaunt über meine Offenheit und Mut. Für mich war das ganz „normal“, ich hatte davor ja schon Sitzungen bei Coaches und Therapeuten gehabt. Ich erzählte das ganze ohne Emotion und war auch noch stolz darauf, dass ich meine Gefühle so „abschalten“ konnte.

Und ihr fragt euch nun bestimmt, was das alles mit meinem Wunderkind zu tun hat?

Ich verrate es euch 😊 Dieser erste Tag in der Ausbildung war unterbewusst der erste Schritt zu meinem Wunderkind. Denn in dem ersten Jahr schaffte es die Gruppe, die Ausbilder und ich, meine Fassade zum bröckeln zu bringen. Ich hatte so wunderbare Menschen um mich herum, dass ich es schaffte Vertrauen zu fassen und mich immer mehr zu öffnen.

Auch mein Ausbilder hat durch viele Gespräche, Supervisionen und Aufstellungen geschafft, dass es mir bewusst wurde, dass es nicht gesund ist, seine Gefühle „abzuschalten“. Es war wie ein geboren werden in eine neue Welt, ein wunderbares Gefühl.

Durch die vielen Prozesse, konnten so viele Dinge in mir Heilung finden. Bis heute bin ich den ganzen Teilnehmern und Ausbildern so dankbar. Aber vor allem bin ich meiner „Patin“ so unglaublich dankbar, denn sie hat mich mit so viel Liebe, Schutz und Geborgenheit aufgefangen und mich so genommen wie ich war. Bei ihr reichte oft nur ein Blick und ich wusste was wieder in mir los war.

Wir konnten über so viele Dinge lachen und verstanden uns fast blind. Auch meine Tränen, Wut und Verzweiflung durfte ich bei ihr offen zulassen und wurde so liebevoll gehalten. Da kommen mir heute noch die Tränen, denn sie war eine der ersten Personen, bei der ich mich so öffnen und fallen lassen konnte. Danke <3

So ein wunderschönes und emotionales erstes Jahr 😊

Nachdem wir den Grundkurs abgeschlossen hatten, fragten wir unseren Ausbilder, ob wir uns denn jetzt schon selbständig machen dürften, obwohl wir mit der Ausbildung noch nicht fertig sind. Ich werde seinen Blick und seine Aussage nie vergessen 😊 Er schaute uns völlig ungläubig an und sagte dann „Geht’s euch eigentlich gut? Ihr seid alle studierte Psychologen, Sozialpädagogen, Pädagogen etc. und habt so viel Wissen und da denkt ihr, ihr dürft noch nicht damit arbeiten?? Los traut euch und tragt euer Wissen in die Welt“.

Und ab da fügte sich ein Puzzleteil zum anderen. Ich besprach mit meiner Therapeutin meine Ideen für eine Selbständigkeit und sie war sofort begeistert davon. Sie war davon überzeugt, dass eine Praxis für hochsensible Kinder genau das richtige für mich sei. Durch meine Erzieherausbildung, mein Sozialpödagogikstudium und meine systemische Ausbildung hatte ich den perfekten theroretischen Rahmen dafür.

Was aber noch viel wichtiger war, waren meine Erfahrungen aus meiner eigenen Kindheit. Diese war so durch meine Hochsensibilität geprägt, dass ich spürte und wusste, was ein hochsensibles Kind und dessen Familie braucht.

Und sofort hatte ich Bilder in meinem Kopf, ich sah mich mit Familien an einem Tisch sitzen, wie ich sie berate und wie ich vor Menschen Vorträge halte. Es fühlte sich alles gleich so warm und wohlig an und ich wusste, dass ich mein Weg. Es war so, als würde sich mir mein Weg vor meinem inneren Auge abzeichnen.

Doch wie startet man so eine Selbständigkeit? Da waren plötzlich so viele Fragen in meinem Kopf. Wie nenne ich meine Praxis? Wer macht mir eine Homepage? Brauche ich einen Raum? Woher bekomm ich eigentlich meine Kunden? Muss ich gleich zum Steuerberater? Brauche ich Flyer? Woher bekomme ich die? Wer macht mein Logo?

Puhhhh…und als Hochsensible war ich gleich mal im völligen Teufelskreis meiner Gedanken gefangen. Ich wusste nicht wo ich anfangen sollte und was ich alles brauche. So fing ich mal an nach einem Raum zu suchen, malte an einem Logo, suchte nach Namen, suchte nach anderen Praxen und war mehr verwirrt als vorher.

Wie es das Leben dann manchmal so spielt, werden einem Wege aufgezeigt, die man vorher noch nicht sieht..

Und so auch bei mir, mir erschien auf den sozialen Netzwerken ein alter Freund aus Tanzsschulzeiten, der sich auf Onlinemarketing und Homepages spezialisiert hatte. Dort stellte ich mich vor, erzählte meine Idee und wir begannen wenig später mit der Arbeit. Wir entwarfen gemeinsam das Logo und der Name „Wunderkind Karlsruhe“ ist morgens mit meinem Herzmensch, bei einer Tasse Kaffee entstanden.

Mein Lieblingsmensch kümmerte sich auch um das Design meiner Flyer und Visitenkarten und meine schriftlichen Dinge. Dann kam plötzlich wieder ein alter Freund auf mich zu, der sich gerade Selbständig gemacht hatte mit „Werbedruck für Autos“. Und so wurde aus meinem Auto das „Wunderkindmobil“.

Mein Fotoshooting für die Bilder auf meiner Homepage war auch ein echtes Highlight und wieder ein Beispiel dafür, dass man die Dinge nicht vorausplanen kann. Eine befreundete Fotografin wollte die Bilder in einer ländlichen Umgebung mit Wiesen und Wäldern machen. Und so kam es, dass meine Bilder für mein Wunderkind, dort entstanden sind, wo ich als Wunderkind entstanden bin und mein Leben und meine Kindheit verbracht hatte. Wir fuhren gemeinsam in meinen kleinen süßen Heimatort und dort entstanden die Bilder. So ein wunderbares Gefühl, wie sich alles zusammen fügte 🙂

Und so gab es noch so viele schöne „Zufälle“ die mein Wunderkind Karlsruhe immer mehr zum Leben erweckte. Wunderbare Zufälle, die ich so hätte nie planen können und die ich auch nie geglaubt hätte, wenn sie mir vorher jemand gesagt hätte

Und dann kam der Showdown…Letztes Jahr im Sommer war alles zum Start bereit und meine Homepage fertig um online zu gehen. Doch plötzlich überkamen mich wieder meine Ängste…! „Wie soll ich das alles schaffen“? „Was ist wenn niemand kommt“? „Was mache ich, wenn dann doch jemand kommt“? „Das kann ich doch gar nicht“! „Ich weiß doch gar nichts“! Ich hing völlig in den Seilen.

Heute bin ich soo dankbar für mein Umfeld, denn diese wunderbaren Menschen unterstützen mich in dieser Zeit sooo sehr. Ich weinte mich bei meinem Lieblingsmenschen aus, jammerte meine Therapeutin voll und schaffte es dann gestärkt, meine Homepage und die Seiten in den Sozialen Medien, im Oktober 2018 online zu stellen. Boahhhh was für ein Schritt…! Ich hüpfte wie ein kleines wildes Einhorn durch die Gegend und freute mich einen Keks, dass es endlich losgeht!! Ich spürte in mir so ein warmes Gefühl und so eine Vorfreude auf alles was vor mir lag 🙂

Doch dann…. passierte erst einmal gar nichts!! Ich schrieb tagtäglich fleißig Texte auf Insta und Facebook. Schaute in meine Mails, machte Werbung und erzählte jedem von meinem Wunderkind, aber es passierte einfach nichts…!

Meine Ungeduld war zum platzen gespannt..! Und wieder ratterte der Kopf, was ich noch tun könnte..! Mache ich zu wenig? Oder ist es nicht gut genug? Fehlt was?

Aber ich wurde bald belohnt…!

Denn, Ende November hatte ich meine erste Anfrage und dann auch meine erste Familienberatung. Ich freute mich sooo sehr darauf, war aber davor mega aufgeregt und wusste gar nicht was auf mich zukommt. Aber ich kann euch sagen, diese erste Beratung war so wundervoll und erfüllend. Der Junge, seine Familie und ich konnten uns so öffnen und wir konnten gemeinsam eine Blockade lösen.

Ich kann euch bis heute nicht sagen, wo diese ganzen Informationen, Abläufe und Gefühle aus mir her kamen. Es floss einfach aus mir heraus und alle waren glücklich und berührt. Dieser erste Termin bestärkt mich seitdem jeden Tag aufs neue, meinen Weg weiter zu gehen.

Seit dem ersten Termin, kamen noch so viele wunderbare Familien dazu, denen ich helfen konnte, mit der Hochsensibilität umzugehen. Auch die Fachkräfte begannen sich immer mehr für dieses Thema zu interessieren und bei meinen Vorträgen hatte ich bisher immer volles Haus.

Trotz meiner Ängste, Bedenken und meiner Ungeduld, bin ich so froh, dass ich meinem „Wunderkind Karlsruhe“ das Leben geschenkt habe und dass es durch mich, den Familien ein Stück besser geht.

DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER UND BEGLEITER!!

Schreibt mir gerne in die Kommentare wie euch mein Beitrag gefallen hat.

Alles Liebe, Eure Julia <3

Comments (4)

  • Dagmar Fernschild

    Liebe Julia, ich bin total begeistert, aber auch bewundere ich Dich zu diesem tollen Schritt. Vieles habe ich garnicht gewusst , bin aber überzeugt Du schaffst es. Bist ein liebenswerter Mensch, den man gerne hat. Wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und Geduld

    • Julia

      Meine Liebe Dagmar Dankeschön für deine Worte. Ich bin sooo froh dich in meinem Leben zu haben. Ich drücke dich ganz fest. Liebe Grüße, Julia

  • Sabine

    Liebe Julia, wirklich eine unglaublich spannende Geschichte, deine Reise zum Wunderkind und in die Selbstständigkeit. Ich bewundere dich sehr dafür. Da ich ja schon ein etwas betagteres Hochsensibelchen bin, fallen mir dieses Schritte, die dich in dein neues Leben gebracht haben, umso schwerer. Aber du bist mein Vorbild und ich hoffe, dass mir es meine Ängste noch erlauben werden, um noch mal mit irgendetwas Erfüllendem von vorn zu beginnen. Drück dich, Sabine

    • Julia

      Liebe Sabine, du machst mich absolut sprachlos ❤ dass ich dein Vorbild bin, gibt mir sooo viel Mut und Aufschwung. Dankeschön ❤ ich drücke dich ganz lieb und auch du kannst das schaffen

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