Wunderkind

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Sind wir eigentlich alle Hochsensibel?

Meine Lieben <3

Ich möchte euch heute auf den neusten Stand der Forschung bringen, es gibt da einiges zu berichten und es stellt sich die Frage, ob eigentlich alle Menschen hochsensibel sind!?

In meinen Beratungen nehme ich immer mehr Kinder, Jugendliche aber auch Eltern wahr, die hochsensible Tendenzen in verschiedenen Bereichen in sich tragen. Wenn man mich fragen würde, dann würde ich sagen, dass wir alle hochsensible Anteile in uns haben. Jeder Anteil ist mehr oder weniger ausgeprägt durch das Umfeld, Erziehung und die Umstände. Durch eine hohe Anpassungsleistung (z.B. Krieg, Krankheit, Trauma) können diese Anteile „verschwinden“, jedoch nur mit einem sehr hohem Aufwand.

Aber wie sieht das die Wissenschaft?

Wir beginnen in den 90er Jahren, dort hat Elaine Arron den Begriff „Highly Sensitive Person“ geprägt und sich mit der Hochsensibilität wissenschaftlich auseinandergesetzt. Sie bestätigte damals, dass ca. 15-20% aller Menschen hochsensibel sind. Elaine Arron ist Psychologin und lebt in San Francisco.

Anfang des 20. Jahrhunderts, setzten sich Psychologen wie Iwan Pawlow, Gustav Jung und Alice Müller mit dem Thema auseinander und prägten die Forschung. Sie erkannten, dass die Hochsensibilität ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal ist, welches durch innere und äußere Faktoren beeinflusst werden kann. Diese entscheiden, ob daraus negative oder positive Konsequenzen für den Menschen entstehen können.

2006 befassten sich Smolewska, McCabe und Woody mit der Hochsensibilität und definierten drei Faktoren, die bei einer Hochsensibilität ausgeprägt sind. Diese sind:

  • Eine leichte Erregbarkeit
  • Eine geringe Reizschwelle
  • Eine erhöhte ästhetische Sensitivität (Der Blick für das Schön z.B. in der Natur)

Im Jahr 2018 wurde die Hochsensibilität nochmals in zwei amerikanischen Studien untersucht und man kam sogar zu dem Entschluss, dass sogar ca. 30% aller Menschen hochsensibel sind.

Die aktuelle Forschung hat sich sehr weiter entwickelt und hat anerkannt, dass die (Hoch)sensitivität viele Facetten hat. Hier geht es nicht mehr nur darum zu unterscheiden, ob ein Mensch hochsensibel ist, oder eben nicht. Laut der Forschung kann man die (Hoch)Sensitivität in drei Stufen eingliedern:

  • Verringert
  • Mittel
  • Hoch sensitiv

Somit kann man sagen, dass jeder Mensch über eine gewisse (Hoch)Sensitivität verfügt und die Übergänge hier fließend sind.

Mich haben diese Ergebnisse sehr überrascht. Wie geht es euch damit? Jedoch spiegeln sie auch mein Gefühl und meine Erfahrung mit den Familien wider. Die Forschung der Hochsensibilität ist in Deutschland noch sehr am Anfang. Ich bin gespannt, was die Forschung noch zu diesem Thema entdeckt.

Lasst mir gerne ein Kommentar hier, oder schreibt mir eine Nachricht.

Alles Liebe,

Julia-Teresa Lumpp von WUNDERKIND KARLSRUHE


Comments (1)

  • Sabine

    Liebe Julia,

    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag. Ich denke, da jeder Mensch anders ist, dass es schon sein kann, dass jeder Mensch auch anders sensibel ist. Der eine halt mehr, der andere weniger bzw. können es Menschen auch geschickt verbergen. Ich gehörte ja auch lange Zeit dazu, in dem ich es mir nicht eingestehen wollte. Aber meine körperlichen Symptome haben mich immer wieder darauf hingewiesen haben, bis ich die Maske abgesetzt habe, die ich seit der Kindheit mit mir rumgeschleppt habe. Ich glaube, wenn das in meinem Umfeld mehrere Menschen tun würden, zeigen was sie wirklich fühlen, dann könnten sie sich von so manchen chronischen Leiden befreien.

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