Hochsensibilität

Was ist Hochsensibilität?

Hochsensible Erwachsene, Kinder und Jugendliche haben die angeborene Fähigkeit, die Dinge um sich herum stärker wahrzunehmen. Hochsensibilität ist damit keine psychische Störung, sondern vielmehr eine persönliche Eigenschaft, die mit vielen Stärken verbunden ist. Oftmals leiden Betroffene jedoch unter den sie manchmal überfordernden Reizen des Alltags – gerade dann, wenn sie noch nichts von ihrer Hochsensibilität wissen.

  • Hochsensible denken meist länger und stärker über ihr Handeln nach, da sie sich über dessen Auswirkungen stärker bewusst sind als andere Menschen.
  • Man sagt hochsensiblen Menschen nach, dass sie oft feinfühlig, kreativ, gefühlvoll, zuvorkommend, gerecht, phantasievoll und schlau seien und eine starke Intuition besitzen. Viele Hochsensible haben einen starken Gerechtigkeitssinn, ein großes Verantwortungsbewusstsein und eine ausgeprägte Werteorientierung. Durch diese Eigenschaften versuchen Sie sich oft „Sicherheit“ im Leben zu erschaffen, da sie meistens von den vielen Eindrücken überfordert sind. Jedoch neigen sie dadurch oft zu Perfektionismus und sind sehr selbstkritisch.
  • Oft fühlen hochsensible Menschen die Befindlichkeiten und Emotionen anderer Menschen sehr stark. Es fällt ihnen dabei manchmal schwer zu unterscheiden, ob diese Emotionen ihre eigenen oder von anderen Personen sind.
  • Einige hochsensible Menschen reagieren sehr emotional auf verschiedene Situationen. So kann es vorkommen, dass zum Beispiel Freude, Liebe, Dankbarkeit, Verletzung und Verlust emotional viel stärker empfunden und auch ausgelebt werden. Auch Kunst oder Musik kann solche starken emotionalen Empfindungen hervorrufen. Andere Personen reagieren darauf oft mit Sätzen wie: „Stell dich nicht so an“, „Du bist viel zu nah am Wasser gebaut“ oder „Heul‘ nicht so viel rum“. Diese Sätze setzen hochsensible Menschen dann noch mehr unter Druck. Einige versuchen in solchen emotionalen Situationen ihre Emotionen zu unterdrücken, wodurch diese aber noch stärker zum Vorschein kommen.
  • Hochsensible Menschen sind sehr oft von den Geräuschen und Ereignissen um sich herum überfordert und reagieren mit völligem Gefühlschaos. Sie wissen meistens nicht, wie sie mit den ganzen Eindrücken umgehen sollen. Oft ziehen sie sich dann in sich zurück, um dem Druck standzuhalten. Deshalb werden sie vielfach als introvertiert, verschlossen und gefühlskalt angesehen, obwohl in ihrem Inneren ein großer Gefühlstornado tobt.
  • Viele hochsensiblen Menschen haben ein erhöhtes Schmerzempfinden. Dabei kann es auch vorkommen, dass sie Schmerzen länger spüren.
  • Hochsensible reagieren oft sehr stark auf Alkohol, Kaffee, Medikamente und sind anfälliger für Stress und Leistungsdruck.
  • Viele hochsensible Menschen berichten, dass sie ausgeprägtere Sinneswahrnehmungen haben. Einige berichten, dass sie manche Dinge stärker riechen oder ihre Geschmacksnerven viel stärker ausgeprägt sind. Es kommt auch oft dazu, dass hochsensible Menschen den Hautkontakt mit manchen Stoffen und Etiketten nicht aushalten können. Sie können sich dann kaum auf anderes konzentrieren und müssen zuerst die unangenehmen Stoffe/Etiketten entfernen. Dies bedeutet nicht, dass ihre Sinnesorgane stärker ausgebildet sind als bei anderen Menschen. Ihr Gehirn verarbeitet die Sinneseindrücke einfach viel schneller und ist aktiver.

Hochsensible Kinder: Das sind typische Symptome

Im Kindergarten und in der Schule fallen hochsensible Kinder aus dem klassischen Verhaltensmuster ihrer Spielfreunde heraus. Kinder mit einer hohen Emotionalität haben ein Gespür für die Empfindungen anderer, nehmen Sinneseindrücke wie Gerüche oder Geschmäcke intensiver wahr und betrachten auch in ihrer Umwelt jedes noch so kleine Detail. Sie sind empathisch veranlagt, also einfühlsam und mitfühlend und spüren oftmals auch kleine Gefühlsveränderungen in ihrem Umfeld. Das sind alles durchaus positive Eigenschaften, die jedoch auch ihre Nachteile haben.

Folgende Symptome weisen auf ein hochsensibles Kind hin:

  • Das Kind reagiert oftmals überempfindlich. Auf Gefühlsausbrüche mit Weinen, Schreien und Trotzverhalten folgt oftmals ein physischer oder psychischer Rückzug.
  • Hochsensible Kinder verfügen oft über eine kreative Ader und viel Fantasie.
  • Menschenmengen überfordern ein hochsensibles Kind schnell. Die Hektik sowie zu viele Reize und Sinneseindrücke prasseln auf es ein und fordern seine Emotionalität heraus. Das Kind ist dann sichtbar gestresst und möchte sich der Situation so schnell wie möglich entziehen.
  • In manchen Fällen wirkt sich die hochsensible Wahrnehmung des Kindes sogar körperlich aus. So können sich der dauernde Konflikt mit der Umwelt und das Ausgeliefert fühlen an zu viele Reize auch psychosomatisch äußern. Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten, häufiges Kranksein, andauernde Müdigkeit und ein gesteigertes Schmerzempfinden können daher auf die Hochsensibilität Ihres Kindes hinweisen.

Welche Arten der Hochsensibilität gibt es?

Hyper-Typus:
Kinder, die diese Form von Hochsensibilität aufweisen, sind impulsiv und explodieren schnell, wenn ihnen alles zu viel wird. Ihr Charakter ist von starken Gefühlsschwankungen geprägt. Sie verzweifeln schnell und fühlen sich unverstanden. In überreizten Zuständen können sie vollkommen überdrehen, ohne dass ein Ende in Sicht wäre.

Hypo-Typus:
Hochsensible Kinder dieses Typus sind meistens introvertiert. Sie fragen viel, sind dabei aber schnell verunsichert und ängstlich. Sie versuchen sich anzupassen und fressen negative Gefühle in sich hinein. Oft sind diese Kinder Perfektionisten und verzweifeln schnell an Situationen, die sie nicht perfekt meistern können. Ihre Gefühle zeigen sie nur selten und lediglich im Angesicht von Menschen, die ihnen vertraut sind.

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